26.07.2010
1. Mannschaft

Schiri-Einsicht kommt für SVS zu spät

Von: Andreas Lakota

Fehlentscheidung vorm Rainer 0:1 - Schalding verpatzt Bayernliga-Saisoneinstieg

Eine höchst umstrittene Abseitsposition, in deren Folge das 0:1 fiel, hat Verantwortliche und Spieler des SV Schalding beim 0:2 am Sonntagabend im Bayernliga-Auftaktspiel gegen den TSV Rain/Lech auf die Palme gebracht. Im Zentrum der Proteste: Schiri Karl Valentin, der im Gegensatz zu seinem Linienrichter auf passives Abseits erkannte. Am Ende des Tages war indes klar: Der SV Schalding hat den Saison-Einstieg verpatzt.

Dabei hatte alles recht vielversprechend begonnen: Vor der Kulisse von rund 700 Zuschauern am Reuthinger Weg zeigte sich die Truppe des verletzten Spielertrainers Thomas Prebeck auch ohne die drei angeschlagenen Neuzugänge Matthias Url, Albert Krenn und Philipp Roos vor allem über die rechte Seite mit dem überraschend in die Startelf gerückten Christian Brückl sehr präsent. Einen sehenswerten 16-Meter-Drehschuss von Torjäger Benni Neunteufel (10.) parierte TSV-Torwart Sascha Jöckl.

Doch in der Folge gewannen die Gäste aus dem bayerischen Schwamit guter Raumaufteilung und öffnenden Diagonalbällen zunehmend die Kontrolle übers Spiel. Zweimal tauchte TSV-Angreifer Zeljko Brnadic allein vor SVS-Keeper Matthias Lippert auf - doch der 20-jährige Rudertinger, Ersatz für den verletzten Christian Wloch, reagierte in beiden Fällen ausgezeichnet und verhinderte so die Rainer Führung. Nur noch einmal kamen die Passauer Vorstädter vor der Halbzeitpause gefährlich vors Gästetor. Neunteufel legte auf den heranstürmenden Sebastian Escherich, doch auch dessen Schuss entschärfte Jöckl (35.).

Auch nach der Pause sahen sich die zu harmlos agierenden Schaldinger wachsender Rainer Dominanz ausgesetzt, hielten dem Druck aber Stand - bis zur ominösen 63. Minute: Bei einem Gästeangriff bemerkt ein zum Ball ziehender TSV-Angreifer seine Abseitsposition (die der Linienrichter bereits angezeigt hatte), zieht instinktiv zurück, irritiert dadurch die Schaldinger, die allerdings auch das Spielen einstellen. Zu allem Überfluss rutscht Keeper Lippert auch noch der Ball aus der Hand und Rainer Dominik Wünsch, der nicht abseits steht, bedankt sich und schiebt zur Führung der Schwaben ein. Die Folge: wütende Proteste von Spielern und Verantwortlichen gegen die höchst umstrittene Entscheidung des sonst souveränen Unparteiischen aus Taufkirchen/Vils.

Trainer Prebeck und Abteilungsleiter Markus Clemens stürmen aufs Feld, das Spiel ist minutenlang unterbrochen. Doch es hilft alles nichts: Schiri Valentin gibt den Treffer. Kurios: Nach der Partie räumte der Unparteiische seinen Fehler ein. Er habe gemerkt, dass es eine Fehlentscheidung war, den Mut, sie zu revidieren, hatte er aber nicht. Für Spielertrainer Thomas Prebeck war klar: „Hätte der Schiri das 0:1 nicht gegeben, wäre vielleicht ein Punkt drin gewesen. Der Schiedsrichter hat wohl gemeint, es ist passives Abseits. Aber der Linienrichter hat gesehen, dass der Rainer Spieler den Schritt zum Ball macht und die Fahne gehoben. In der anschließenden Diskussion der beiden hatte er aber leider nicht den Mut oder Wille, seinen Chef zu umzustimmen. Wir dürfen aber natürlich auch nicht aufhören zu spielen.“ Prebeck fügte hinzu: „Wir hatten aber nach gutem Beginn einen unerklärlichen Bruch im Spiel, viel zu viele leichte Ballverluste und Abspielfehler und haben dann nicht mehr zurückgefunden.“ Tatsächlich fanden die Grün-Weißen nach dem Rückstand kein Mittel gegen die kompakt auftretenden Schwaben, im Gegenteil: Einen fatalen Ballverlust von Josef Eibl im Mittelfeld nutzte Benedikt Forster nur eine Minute nach seiner Einwechslung (79.) zu einem unwiderstehlichen Solo - 0:2.

Am Mittwoch (18.30 Uhr) kommt es beim FSV Erlangen-Bruck (0:3 bei FTuS Regensburg) nun zum Duell zweier Start-Verlierer. „Das wird alles andere als leicht“, fürchtet Prebeck; er hofft auf die Rückkehr von Philipp Roos. „Der Rest der Angeschlagenen muss wohl erneut passen.“